30 November 2005

Suizid in der Schweiz

http://www.tagblatt.ch/index.jsp?artike ... t=regionen

Zitat:
Die Kantonale Psychiatrische Klinik Wil veranstaltet regelmässig Kurse, um für die Thematik der psychischen Probleme und Erkrankungen zu sensibilisieren. Am vergangenen Montag war das Thema Suizid im Gespräch.

Der Suizid unterliegt in der Gesellschaft immer noch einer hohen Stigmatisierung. Dabei ist gerade der offene Umgang mit dieser Thematik, das direkte Gespräch, die meist hilfreichste Art für Gefährdete, einen ersten Schritt zur Distanzierung zu schaffen. Handelt es sich um keine psychischen Erkrankungen als Auslöser, stehen oft Krisenakkumulationen am Beginn einer Entwicklung bis hin zum Suizid.

Die moralische Stigmatisierung des Suizids begann erst durch den Einfluss der katholischen Kirche. Bischof Augustinus definierte im 4. Jahrhundert den Suizid erstmals als Sünde und Thomas von Aquin stellte ihn im 13. Jahrhundert gar als Todsünde heraus. In Folge wurden Suizidenten post mortem bestraft, die strafrechtliche Verfolgung erstreckte sich im Mittelalter sogar auf die Angehörigen.

Der Psychiater und Oberarzt Thomas Baisch beschrieb in seinem Vortrag die weitere Entwicklung der Suizide als Spiegel der Gesellschaft. Im Zeitalter der Aufklärung wurde nach dem Recht auf Selbstbestimmung verlangt, die Romantik erlebte in Figuren wie Goethes Werther erste Suizide durch die Identifizierung mit Idolen. Der erste nennenswerte Anstieg der Suizidalität erfolgte durch die Industrialisierung und der daraus resultierenden Auflösung sozialer Strukturen. In diese Zeit fallen auch die Entziehung des Suizids aus den moralischen Fesseln der Kirche und eine Lockerung der strafrechtlichen Verfolgung.

Im Jahr 2000 gab es weltweit über 800 000 Suizidopfer zu verzeichnen, davon in der Schweiz 1400. Dabei liegt die Schweiz weltweit über dem Durchschnitt. Mit 2,2 Prozent liegt der Suizid als Todesursache deutlich an erster Stelle, vor Verkehrsunfällen mit 0,9 Prozent und Tod durch Drogen mit 0,3 Prozent. Das Verhältnis männlicher Opfer zu weiblichen liegt in der Schweiz, wie auch weltweit, etwa bei 3 zu 1. Dies liegt in den Augen Baischs an dem eingeschränkten Hilfesuch-Verhalten bei Männern. Die kantonalen Unterschiede haben sich in den letzten Jahren etwas ausgeglichen, doch noch immer verzeichnen Appenzell, Basel und Bern die höheren Suizidraten im Gegensatz zu dem Tessin oder der Zentralschweiz. Als Risikogruppen gelten in erster Linie Jugendliche, junge Erwachsene und alte Menschen.

Die Entwicklung bis zu einem Suizid entsteht oft aus einer Krise, die man meint, nicht bewältigen zu können und ist das Resultat einer Verkettung vieler Faktoren psychologischer, sozialer und biologischer Art. Am Beginn steht meist eine passive Suizidalität mit dem Wunsch nach Ruhe und Ausstieg. Liegen psychische Störungen oder Erkrankungen vor, liegt der Risikofaktor bei 90 Prozent. Unterstützend wirkt dabei auch oft die Stigmatisierung von psychischer Schwäche innerhalb der Gesellschaft.

Das offensive Ansprechen bei einem Verdacht auf Suizidgefährdung ist dabei am hilfreichsten und wird von den Betroffenen als Entlastung empfunden. Viele Angehörige berichten, sie haben in der Zeit vor dem Suizid eine gelassene Heiterkeit festgestellt, welche jedoch aus der Tatsache resultiert, dass vorgängig der Beschluss zum Suizid bereits gefällt worden war. Als zentrales Anliegen stellte Baisch zuletzt die Bemühung, Wissen und offensiven Umgang mit der Thematik Vorurteilen und moralischen Stigmatisierungen entgegenzustellen und bei der Bewältigung von Krisen zu helfen.

28 November 2005

Delphintherapie hilft gegen Depressionen

http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/1 ... t=/medizin

Zitat:
Spielend helfen Flippers Artgenossen Depressiven
Delphin-Therapie / Positive Effekte nach zwei Wochen

Eine Delphin-Therapie kann Patienten mit leichter oder mittelgradiger Depression helfen, hat eine Studie aus Großbritannien gezeigt. Schon nach zwei Wochen ist es den depressiven Patienten deutlich besser gegangen.
Macht Spaß und hat einen heilenden Effekt: Kontakt zu Delphinen (hier im Nürnberger Tiergarten). Foto: dpa

30 Patienten mit milder oder mittelgradiger Depression zwischen 16 und 85 Jahren haben die Psychiater Christian Antonioli und Professor Michael A. Reveley von der Universität in Leicester zwei Gruppen zugeteilt: 15 von ihnen konnten in Honduras eine Stunde täglich mit Tümmlern schwimmen, sie streicheln und mit ihnen spielen. Die anderen 15 Patienten schwammen und schnorchelten in derselben Region, sie hatten aber keinen Kontakt zu Delphinen (BMJ 331, 2005, 1231).

Vor und während der vier Wochen dauernden Studie bekam keiner der Patienten Antidepressiva oder Anxiolytika. Die Symptome wurden per Hamilton-Score bewertet.

Die Therapie mit Delphinen hatte einen hochsignifikanten Effekt. Bei den Patienten dieser Gruppe gingen die Symptome deutlich zurück. Und zwar schon nach zwei Wochen, früher als bei einer antidepressiven Pharmakotherapie so die Psychiater.

Armut und Gesundheit in Österreich

http://www.armutskonferenz.at/armut_in_ ... ndheit.htm

Zitat:
Die empirischen Daten scheinen die Volksweisheit zu bestätigen: "Lieber reich und g´sund als arm und krank". Zahlen über die Sterblichkeit in Österreich zeigen uns auf die Spitze getrieben die Ungleichheit vor dem Tod: Wer geringes Einkommen und geringe Bildung hat, stirbt durchschnittlich früher als diejenigen mit höherem Einkommen und höherer Bildung.

Sie haben aber nicht nur eine geringere Lebenserwartung, sie haben im Alter auch weniger von Behinderung freie Jahre in Gesundheit zu erwarten. Männer und Frauen "unten" sind im Durchschnitt 2,2 bzw. 2,8 Jahre gesundheitlich so sehr eingeschränkt, dass sie in ihren lebensnotwendigen Tätigkeiten auf fremde Hilfe angewiesen sind, wohingegen Männer und Frauen "oben" im Durchschnitt nur 0,8 bzw. 1,3 Jahre pflegebedürftig sind.
...
Erwachsene aus dem unteren Einkommenssegment gehen erst bei extremer Not zum Arzt.. Der muss die Krankheit möglichst rasch beseitigen, damit der Körper wieder funktioniert. Arme treffen kaum Vorsorge, erwarten sich schnelle Heilung von "außen". Der Körper ist eine Arbeitsmaschine zur Bewältigung des stressbelasteten und prekären Alltags. Dazu kommt die Scham, die eigene Armutssituation zu zeigen. Deshalb wird Hilfe auch erst so spät in Anspruch genommen. "Ich schaffe das allein, auch wenn es nicht mehr geht". Wenn das eigene Ansehen bedroht ist, fühlen wir Scham. Von finanzieller Not Bedrohte versuchen so lange wie möglich die Normalität aufrechtzuerhalten. Das ist eine große Streßbelastung.

So konnte in allen Industrieländern festgestellt werden , dass mit fallendem Durchschnittseinkommen der Bevölkerung die Krankheiten ansteigen, dass in nahezu allen Gesellschaften die untersten Sozialschichten die häufigsten und die schwersten Erkrankungen haben und dass mit dem Abfall der Einkommen die Lebenserwartung deutlich sinkt.
...
Eine Gesellschaft, die Arbeitslosigkeit hinnimmt, schlechte Wohnverhältnisse für Einkommensschwache zuläßt , Bildung für wenige bietet, produziert Krankheit. Eine gespaltene Gesellschaft gefährdet die Gesundheit. Auch reiche Raucher leben länger.

Wie ist das zu erklären? Es sind 4 Faktoren, die zu den Ungleichheiten vor Krankheit und Tod führen:

1. die Unterschiede in den gesundheitlichen Belastungen,
2. die Unterschiede in den Bewältigungsressourcen und Erholungsmöglichkeiten,
3. die Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung und
4. die Unterschiede im Gesundheits- und Krankheitsverhalten.

Das eine bedingt das andere. Streß durch finanziellen Druck und schlechte Wohnverhältnissen gehen Hand in Hand mit einem geschwächten Krisenmanagement, verbinden sich mit mangelnder Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten und einem ungesunden Lebensstil.

Der frühere Tod Armer ist jedenfalls vermeidbar. Wenn an den vier Faktoren angesetzt wird: Die Gesundheitsdienste müssen den Zugang, die Inanspruchnahme und die Qualität unabhängig von Einkommen und Herkunft gewährleisten. Die Ärmeren müssen in ihren Selbsthilfepotentialen und Ressourcen gestärkt werden, was auch Auswirkungen auf einen gesünderen Lebensstil hat. Und sozialer Polarisierung können wir entgegentreten. Die Daten sprechen für sich: Gerechtigkeit und Fairness sind keine schlechte Medizin.


Zum Weiterlesen:

Erklärungsansätze für gesundheitliche Ungleichheiten - Die vier Ursachen im Detail
http://www.armutskonferenz.at/armutskon ... sachen.htm

Leseheft "Armut kann ihre Gesundheit gefährden"
http://www.armutskonferenz.at/wissen/ar ... 060303.pdf

Gesellschaftliche Grundlagen der Gesundheit.
von Dr.Willibald-Julius Stronegger, Dozent am Institut für Sozialmedizin der Universität Graz.
http://www.armutskonferenz.at/Stronegge ... heit_1.pdf

Sozialpolitische Datenbank
http://www.sozial-wirtschaft.at/

26 November 2005

Vereinsamung steigert das Depressionsrisiko im Alter

http://salzburg.orf.at/stories/71276/

Zitat:
Die Stadt Salzburg will mehr Projekte gegen die Vereinsamung alter Leute zu Hause starten. ...

Mit der Ansprache und dem Kontakt im Alter könnten auch Krankheiten wie Depressionen verhindert werden, betont Michael König, Geschäftsführer des Diakoniezentrums.

"Das Risiko, dass ein Mensch, der über 65 Jahre alt ist, an einer Depression erkrankt, wenn er ein schweres Verlusterlebnis hat, ist 25 Prozent, wenn er psychosozial sicher und gesund ist. Das Risiko steigt auf 50 Prozent, wenn er vereinsamt, aber gesund ist, und auf 75 Prozent, wenn krank und vereinsamt ist", sagt König.

25 November 2005

Deutschland: 800.000 Winterdepressive

http://www.n-tv.de/605929.html

Zitat:
Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden in der dunklen Jahreszeit an einer so genannten Winterdepression. Sie fühlen sich oft müde, niedergeschlagen und lustlos, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin am Freitag mitteilte. Auslöser sei der Lichtmangel, durch den im Gehirn weniger von dem Botenstoff Serotonin produziert wird, der die Stimmung aufhellt. Die Winterdepression ist eine Unterform der akuten Depression, an der in Deutschland rund vier Millionen Menschen leiden.

Im Unterschied zu anderen Depressionsformen geht die Winterdepression allerdings nicht mit Appetitlosigkeit und Schlafstörungen einher. Stattdessen hätten die Betroffenen regelrechten Heißhunger auf Süßigkeiten sowie ein erhöhtes Schlafbedürfnis, erläuterte die KV.

Vorurteile: Die zweite Erkrankung bei Depressionen

http://www.medizinauskunft.de/artikel/a ... ession.php

Zitat:
Ppsychisch Erkrankte müssen ihre Erkrankung verschweigen. Denn sonst erwarten sie neben Vorurteilen andere Probleme, beispielsweise bei Stellensuche, auf dem Wohnungsmarkt und bei Versicherungen. Diese Ausgrenzung belastet die Betroffenen zusätzlich.

Das Stigma (laut Duden: Zeiche, Wundmal) psychischer Erkrankungen wird auch als "zweite Krankheit" bezeichnet. Dabei kann sich eine Stigmatisierung der Betroffenen auf Lebensqualität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ebenso negativ auswirken wie die Beschränkung durch die psychische Erkrankung.

Professor Dr. Wolfgang Gaebel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Düsseldorf, weist nachdrücklich darauf hin, dass die Betroffenen nach wie vor gravierende Nachteile befürchten müssen, wenn Sie ihre Erkrankung nicht verschweigen. Man brauche, so Gaebel, nur an die vielfältigen Probleme bei der Stellensuche, auf dem Wohnungsmarkt oder dem Abschluss von Versicherungen zu denken. Personen, die an einer Psychose erkrankt waren, sprechen daher von "Outing", wenn sie über ihre Krankheit mit anderen Menschen sprechen.

Das Stigma betrifft nach Auffassung von Gaebel alle psychischen Erkrankungen. Depressionen werden von Laien seltener als behandlungsbedürftige Erkrankungen gesehen als schizophrene Störungen. Dahinter verbirgt sich das Vorurteil, depressiv Erkrankte seien nicht wirklich krank, sondern ihnen fehle es lediglich an Willenskraft oder Disziplin. ...

Das Stigma psychischer Erkrankungen äußert sich für den Erkrankten auch darin, dass Freunde und Bekannte sich zurückziehen. Die zunehmende soziale Isolation führt zu einer weiteren Einschränkung der Lebenschancen der Betroffenen. Das Bedürfnis, den persönlichen Kontakt mit einer Person zu vermeiden, wird als soziale Distanz bezeichnet.
Eine hohe soziale Distanz gegenüber psychisch Erkrankten gilt als eine Voraussetzung für stigmatisierendes oder diskriminierendes Verhalten, darf aber nicht mit diesem verwechselt werden. Stigmatisierendem Verhalten liegt zwar eine sozial distante Einstellung zu Grunde, sozial distante Einstellungen führen jedoch nicht automatisch zu diesem Verhalten. In der Bevölkerung variiert das Ausmaß der sozialen Distanz gegenüber verschiedenen psychischen Erkrankungen. Nach den Erfahrungen von Gaebel ist gegenüber an Alkoholismus und Schizophrenie erkrankten Personen die Distanzierung am stärksten. Angsterkrankungen und Depressionen lösen dagegen ein geringeres Bedürfnis nach sozialer Distanz aus.

Abbau von Stigma und Diskriminierung: Strategien und Maßnahmen
Wichtige Strategien zur Verringerung des Stigmas psychischer Erkrankungen sind nach Auffassung des DGPPN-Vorstandes neben der Weiterentwicklung und Verbesserung der psychiatrischen Versorgung drei Ansätze: Erstens die Aufklärung über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Verlauf psychischer Erkrankungen. Dabei besteht die Aufgabe, komplexe medizinische Aspekte wie genetische Ursachen psychischer Erkrankungen und pharmakologische Behandlungsansätze ebenso laiengerecht zu vermitteln wie die sozialen Aspekte psychischer Erkrankungen, die sich in psychosozialen Beeinträchtigungen Betroffener und deren Bewältigung äußern.
Die beiden weiteren Ansätze sind der Protest gegen stigmatisierendes und diskriminierendes Verhalten, beispielsweise in der Werbung oder in den Medien, sowie die Ermöglichung von persönlichen Begegnungen zwischen psychisch Erkrankten und nicht Erkrankten. Wesentlich bei all diesen Strategien ist das gemeinschaftliche Vorgehen von Betroffenen, deren Angehörigen und psychiatrischen Experten
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24 November 2005

Bei Depressionen infolge eines frühkindlichen Traumas hilft Psychotherapie besser

http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/rel ... 0/depot/0/

Zitat:
Psychotherapie hilft bei Menschen mit einem Kindheitstrauma einer neuen Studie zufolge besser als bei Menschen mit Depressionen.
Der Psychiater Charles Nemeroff von der Emory University in Atlanta stellte neue Studien dazu auf einer Konferenz der amerikanischen Gesellschaft für Neurowissenschaften in Washington vor. Wie das Magazin „New Scientist“ in seiner jüngsten Ausgabe (Nr. 2 527, S. 12) berichtet, untersuchte Nemeroff 681 Menschen, die seit acht Jahren an Depressionen litten. Zwei Drittel von ihnen hatten zudem in ihrer Kindheit Traumata erlebt.
Nemeroff verglich die Behandlung mit Antidepressiva mit einer Psychotherapie. Das Ergebnis: Insgesamt profitierten die Studienteilnehmer von beiden Methoden gleich stark, wobei die Kombination beider Therapien einen leichten Vorteil brachte. Bei denjenigen Depressiven jedoch, die auch ein frühes Trauma durchlitten hatten, war die Psychotherapie deutlich wirksamer als die Medikamente und bei 45 Prozent der Betroffenen verschwand die Depression.

Depression verursacht körperliche Schmerzen

http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/1 ... t=/medizin

Zitat:
Patienten mit Depression warten im Schnitt mehr als elf Monate, ehe sie deswegen einen Arzt aufsuchen, und dann klagen sie meist nur über Schmerzen. Die Depression wird daher oft erst nach mehreren Besuchen beim Arzt diagnostiziert. Zwei Drittel der Betroffenen wissen vor der Diagnose nicht, daß ihre körperlichen Schmerzen mit der Depression zusammenhängen.

Das sind Ergebnisse einer Befragung von 377 Patienten sowie 756 Allgemeinmedizinern und Psychiatern in mehreren europäischen und amerikanischen Ländern. Die Umfrage wurde von der internationalen Patientenorganisation World Mental Health Federation (WMHF) in Auftrag gegeben und von den Unternehmen Eli Lilly und Boehringer Ingelheim unterstützt.

Fast 65 Prozent der Patienten gaben körperliche Schmerzen als Grund für den ersten Arztbesuch an. Deshalb sei es so wichtig, aufzuklären, daß Schmerz ein körperliches Symptom einer Depression sein könne, und daß Patienten sowohl aufgrund ihrer emotionalen als auch körperlichen Symptome bei Depressionen behandelt werden müssen. Das sagte Dr. Patt Franciosi, ehemalige Präsidentin der WMHF, auf einer Veranstaltung der beiden Unternehmen in Amsterdam.

Franciosi verwies auf die Aussage der befragten Ärzte, daß eine Remission der Depression umso wahrscheinlicher ist, wenn die Patienten sowohl aufgrund psychischer Symptome als auch aufgrund ihrer Schmerzen behandelt werden.

Daß Depressionen bei Patienten, bei denen körperliche Schmerzen dominieren, häufig nicht oder erst sehr spät erkannt werden, hat für Dr. Marc-Antoine Crocq, Psychiater aus Rouffach in Frankreich, mehrere Gründe.

So beharren viele Patienten darauf, nur körperliche Schmerzen zu haben und erzählen nichts über ihre emotionalen Symptome. Ein weiterer Grund ist, daß Ärzte noch immer zu selten Schmerz als Symptom einer möglichen Depression betrachten, sagte Crocq.

23 November 2005

Zu wenig Psychiatrie-Praxen vor allem in Ostdeutschland

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=10724

Zitat:
Deutschland hat nach Meinung von Ärzte-Verbänden viel zu wenig Psychiatrie-Praxen. Besonders dramatisch sei die Lage in den neuen Bundesländern, wo auf einen Facharzt durchschnittlich 27 000 Einwohner kämen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) am Mittwoch auf ihrem Kongress in Berlin mit. Für eine ausreichende flächendeckende Versorgung dürfen es nach Meinung der Gesellschaft aber nur 6000 Einwohner pro Psychiatrie- und Psychotherapiepraxis sein. Der Durchschnittswert für Deutschland liege mit rund 17 000 Einwohnern je niedergelassenem Psychiater ebenfalls zu hoch.

Hintergrund der Ärztekritik ist auch die steigende Zahl seelischer Erkrankungen in Deutschland. «Sie gehören inzwischen zu den Volkskrankheiten», betonte Kongresspräsident Fritz Hohagen, Direktor der Lübecker Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Bereits jeder zehnte Fehltag bei Berufstätigen sei nach Analysen der Krankenkassen durch psychische Probleme bedingt.

Seelische Erkrankungen zählten heute auch zu den häufigsten Ursachen für Frühverrentung, ergänzte Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg. Damit seien sie so etwas wie der «Arbeitsunfall der Postmoderne». Jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann in Deutschland erkranke im Laufe seines Lebens beispielsweise an einer schweren Depression.

Die Fachärzte fordern deshalb die Zulassung von mehr Psychiatrie-Praxen in Deutschland - auch wegen des großen Abbaus der Klinikbetten in den vergangenen 30 Jahren. Zur Zeit behandeln rund 5000 niedergelassene Fachärzte nach DGPPN-Angaben rund vier Millionen Menschen im Jahr.

Überfüllte Praxen und lange Wartezeiten seien heute die Regel, ergänzte Berger. Depressionen mit einem hohen Selbsttötungsrisiko, Angsterkrankungen oder Süchte könnten deshalb nicht immer schnell genug therapiert werden. Ein Arzt sehe seinen Patienten pro Quartal oft nur zwei Mal für ein längeres Gespräch. «Die Missstände vergrößern nicht nur das Leid der Betroffenen, sondern auch das ihrer Familien», ergänzte Berger. Rund die Hälfte aller Bundesbürger mit seelischen Erkrankungen lebten bei ihren Familie.

Leicht Depressive sind empfindsamer

http://science.orf.at/science/news/142203

Zitat:
Psychologen der Queen's University in Kingston (Kanada) haben herausgefunden, dass Menschen mit einer leichten Depression einfühlsamer sind und ihre Umgebung genauer beobachten als andere.
Das Ergebnis kam auch für die Experten überraschend, sie hätten eigentlich das Gegenteil erwartet und führten deshalb die Untersuchung vorsichtshalber gleich ein zweites Mal durch - mit den gleichen Ergebnissen.Bei den Tests sollten die Probanden die mentalen Zustände von Anderen beurteilen, etwa anhand des Ausdrucks der Augen. Zuvor hatten die Studienautoren von der Queen's University schon Untersuchungen an Menschen mit klinischen, schwereren Formen der Depression angestellt.
Dabei stellten sie fest, dass diese bei den Tests viel schlechter abschnitten als Gesunde. Testpersonen mit milden Depressionen schnitten dagegen besser ab als Probanden ohne Depressionen. Es zeigte sich, dass sie beispielsweise mehr auf Details ihres sozialen Umfelds achteten.
Auch wenn das auf den ersten Blick höchst überraschend scheint, haben die Wissenschaftler um Kate Harkness doch eine plausible Erklärung für ihre Ergebnisse. "Menschen mit einer leichten Form der Depression könnten anfangs Gefühle wie Hilflosigkeit empfinden und sich wünschen, wieder die Kontrolle über ihre soziale Welt zu erlangen", so Harkness.
Das könnte dazu führen, dass sie ihrer Umgebung generell mehr Aufmerksamkeit schenken und auch auf Details achten, die einem normalerweise verborgen bleiben.

Plazebos sind wirksam gegen Depressionen

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/440536/

Zitat:
Neben den Schmerzen und der Parkinsonschen Krankheit sprechen Depressionen besonders gut auf Placebos an. Helen Mayberg von der amerikanischen Emory Universität hat untersucht, wie das sich im Gehirn von depressiven Patienten abspielt, wenn sie glaubten, eine wirksames Medikament zu bekommen aber nur eine Zuckerpille erhalten hatten.

Bei dem Placebo waren fast alle Regionen aktiv, die auch auf das echte Medikament reagierten. Die Effekte des Placebos gleichen also denen der aktiven Pille. Dagegen ähneln sie überhaupt nicht den Reaktion auf eine ebenfalls wirksame Psychotherapie.

Das ist überraschend. Viele hatten vermutet, ein Placebo würde eine Art generellen Wohlfühleffekt auslösen, der sich durchaus mit einer Psychotherapie vergleichen lassen sollte. Der Effekt ist aber sehr viel spezifischer, wie Dr. Christan Stohler von der Universität von Maryland an Schmerzpatienten herausgefunden hat.

Unser Gehirn wird wirklich behandelt, wenn wir einen Placebo bekommen. Sobald wir Schmerzen empfinden, bildet das Gehirn natürliche Schmerzmittel und es ist dieses System, dass ein Placebo noch weiter aktiviert. Wir erwarten eine Besserung und allein dadurch werden diese Substanzen vermehrt freigesetzt.

Konkret sorgen die Zuckerpillen dafür, dass Endorphine, sozusagen die körpereigene Variante des Morphiums, ausgeschüttet werden. Das konnte Christian Stohler direkt im Gehirn nachweisen. Verantwortlich sind vor allem höhere Hirnzentren, die Erfahrungen speichern und Erwartungen ausbilden können. Genau diese Hirnzentren werden allerdings im Verlauf der Alzheimerschen Krankheit geschädigt. Das beeinträchtigt nicht nur das Gedächtnis, so Fabrizio Benedetti, sondern auch den Placeboeffekt.

Wir haben erste Hinweise, dass die Wirksamkeit einer Behandlung nachlässt, wenn das Gehirn keine Erwartungen mehr aufbauen kann. Das sollten die Ärzte bei der Behandlung von Alzheimerpatienten berücksichtigen. Konkret sollte die Dosis von Schmerzmitteln gesteigert werden, um den Verlust der Erwartungssysteme und damit des Placeboeffekts auszugleichen.

Denn auf den Placeboeffekt kann man in der medizinischen Behandlung nicht so ohne weiteres verzichten. Das ist die Botschaft der Hirnforscher an die Ärzte. Auf der anderen Seite sollten die Patienten die Wirkung der Zuckerpillen nicht überbewerten, betont Helen Mayberg.

Da sind die Dinge etwas aus dem Ruder gelaufen. Auch wenn ich den Einfluss des Placebos im Gehirn nachweisen kann, sollte man nicht die Antidepressiva wegwerfen. Die Zuckerpillen haben in kurzen Studien eine deutliche Wirkung, aber die Rückfallrate ist bei Placebos erheblich höher als bei den echten Medikamenten.

Die Heilung durch die Hoffnung ist zwar viel wirksamer, als oft geglaubt, Wunder kann sie aber nicht bewirken.

Selbstmord in NRW: 75% sind Männer

http://www.aachener-nachrichten.de/sixc ... l_lino_alt

Zitat:
In Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr 1704 Menschen Selbstmord begangen. Damit sei die Zahl der Selbstmörder fast doppelt so hoch wie die der Unfalltoten, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf mit. In beiden Kategorien waren drei von vier Toten Männer.

Österreich: 1400 Selbstmorde jährlich - hohe Dunkelziffer

http://www.infoline.at/psychiatrie/aw470504.html

Zitat:
Allgemeinmediziner sind deshalb so wichtig bei der Suizidprävention, weil etwa zwei Drittel der Menschen in den vier Wochen vor dem Freitod Kontakt mit Ärzten haben, so die Autoren einer Analyse von 93 Studien. Wird es erschwert, an Waffen oder Gifte zu kommen, senkt dies ebenfalls die Suizidrate. Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung nützen aber offenbar wenig.

Laut Gesundheitsministerium liegt Österreich mit rund 1.400 Selbstmorden jährlich im internationalen Spitzenfeld. Die meisten werden im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten begangen. Abseits der offiziellen Statistiken sei jedoch eine hohe Dunkelziffer anzunehmen, heißt es in dem soeben erschienen Konsensus-Statement „Suizidalität“ der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie. Nach Autounfällen z.B. könne nicht unmittelbar auf einen Suizid rückgeschlossen werden.
In einer unlängst im JAMA erschienenen Analyse haben Suizid­experten insgesamt 93 Studien zu Präventionsprogrammen und Arzneimitteltherapie sowie epidemiologische Studien ausgewertet. In Regionen, in denen Ärzte bei Präventionsprogrammen gezielt über Depressionssymptome und -therapien fortgebildet wurden, sank die Suizidrate deutlich, nämlich in der jeweiligen Region um 20 bis 70 Prozent. Die plausibelste Erklärung dafür: Es wurden vermehrt Patienten mit Depression und Suizidgedanken erkannt und behandelt, so die Autoren. Da etwa 70 Prozent der Menschen, die Suizid begehen, schwer depressiv sind, liegt die Annahme nahe, dass eine antidepressive Therapie auch Suizide verhindert. Dafür gibt es jedoch kaum direkte Belege. So ist die Zahl der Suizide in Studien mit Antidepressiva meist sehr klein – der Unterschied zwischen Placebo und Medikation folglich nicht signifikant. Epidemiologische Studien liefern Hinweise darauf, dass eine Antidepressiva-Therapie Suiziden vorbeugt, berichten die Autoren. So gingen in den USA und Australien die Suizidraten in den Regionen am stärksten zurück, in denen am häufigsten Antidepressiva verschrieben wurden. In einer der analysierten Studien wurde festgestellt, dass die Suizidrate in den Ländern am deutlichsten fiel, in denen die Antidepressiva-Verschreibungen am stärksten zunahmen. Auch die Schulung von Pfarrern und Lehrern konnte die Suizidrate um 40 Prozent senken.
Sätze wie „Ich habe keine Lust mehr zu leben“ sollten von Ärzten ernst genommen werden, fordert der Psychiater Prof. Dr. Armin Schmidtke aus Würzburg. Auch ein ungewohnt aggressives Verhalten könne auf eine Suizidgefahr deuten. Solche Menschen sollten direkt auf Suizidgedanken angesprochen werden. Bei konkreten Suizidplänen, etwa wenn jemand schon Tabletten besorgt hat, ist eine Klinikeinweisung nötig, so der Psychiater Prof. Dr. Hans Peter Volz aus Werneck.
Wichtig ist auch die Nachsorge nach einem Suizidversuch – hier gibt es auch Daten zum Nutzen der Psychotherapie. So ließ sich die Rate von erneuten Suizidversuchen in Studien durch kognitive Verhaltenstherapie zum Teil halbieren. Ungünstig ist dagegen, Patienten nach einem Suizidversuch zu schnell aus einer psychiatrischen Klinik nach Hause zu schicken: Bei einem Projekt in Norwegen hatte sich die Suizidrate bei solchen Patienten innerhalb eines Jahres verdreifacht. In Ländern, in denen Menschen der Zugang zu Waffen, Pestiziden oder Barbituraten erschwert wurde, kam es darauf ebenfalls zu einem Rückgang der Suizidrate. Wenig nützen offenbar Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung. Die Menschen kennen sich dann zwar mit Depressionen besser aus, eine Auswirkung auf die Suizidrate ließ sich in Studien aber nicht nachweisen.

22 November 2005

Depressionen sind Verkehrsrisiko

http://www.n-tv.de/604544.html

Zitat:
Der Grund für das verstärkte Schlafbedürfnis vieler Menschen im Herbst ist nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) die "saisonabhängige Depression" (SAD). Die Symptome äußern sich in Müdigkeit, die Betroffenen fühlen sich matt, niedergeschlagen und antriebslos. Hauptursache ist laut DVR das fehlende Sonnenlicht. Bei längerer Dunkelheit erhöht sich im Körper die Produktion des Hormons Melatonin, das das Schlafbedürfnis regelt. "Manche Menschen reagieren besonders sensibel auf diesen Stoff", erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE). Verkehrsteilnehmer, die unter SAD leiden, seien dann möglicherweise den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen. Ohnehin ermüden Autofahrer im Herbst und Winter schneller, sagt DVR-Sprecher Bernd Kulow: "Das Fahren in der Dämmerung ist anstrengender." Außerdem würden die Augen bei den durch Nebel, Niesel und Regen zusätzlich schlechteren Sichtbedingungen stärker belastet.

Leider werde Müdigkeit jedoch von vielen unterschätzt. "Müdigkeit bewirkt ähnliche Effekte wie das Fahren unter Alkoholeinfluss", warnt Kulow. So können die Wahrnehmung getrübt und Reaktionszeiten herabgesetzt sein. Außerdem droht der gefährliche Sekundenschlaf. Um der Herbstmüdigkeit entgegenzuwirken, kann nach Angaben des ACE viel Bewegung an der frischen Luft helfen. Auch eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann sinnvoll sein. DVR-Sprecher Kulow empfiehlt Berufspendlern zudem, abends rechtzeitig ins Bett zu gehen, um morgens ausgeschlafen zu sein. "Wichtig ist, für sich herauszufinden, wie der Körper reagiert", rät Kulow. Wer etwa feststellt, dass er im Herbst morgens schlecht in die Gänge kommt, sollte sich für Aufstehen und Frühstück mehr Zeit lassen.

Deutschland: Medizinische Versorgung psychisch schwer kranker Menschen ist unzureichend

http://www.neurologen-und-psychiater-im ... p;nodeid=4

Zitat:
Die zunehmende Zahl an Patienten ist ein Grund, warum die medizinische Versorgung von psychisch kranken Menschen immer schwieriger wird. Ihnen stehen viel zu wenig niedergelassene Psychiater und Psychotherapeuten gegenüber. Zudem reichen die finanziellen Mittel für die psychiatrische Behandlung bei weitem nicht aus. „Für die Versorgung eines Patienten stehen für einen Zeitraum von 3 Monaten nur 40 Euro zur Verfügung“, so Prof. Dr. Fritz Hohagen, „Das bedeutet, dass der behandelnde Arzt mit seinem Patienten innerhalb eines Vierteljahres nur zweimal Kontakt hat und ihn dabei insgesamt 40 Minuten sieht. Unter diesen Bedingungen ist eine ausreichende medizinische Behandlung bei schweren psychischen Erkrankungen nicht mehr möglich.“ Besonders dramatisch ist die Situation in den neuen Bundesländern. Hier kommen auf einen Nervenarzt etwa 20.000 Patienten. Die Patienten müssen zum Teil monatelang auf einen Arzttermin warten oder es wird ihnen gesagt, dass wegen Überlastung keine neuen Patienten angenommen werden können. Und die Situation spitzt sich weiter zu, wenn der Trend anhält, dass Praxen aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben oder – im Falle des Ruhestandes – nicht neu besetzt werden. „Politik, die Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärzteverbände müssen sich zusammen setzen, um Lösungen für bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Wenn man weiter zu sieht und nichts tut, fühlen sich unsere Patienten noch stärker ausgegrenzt und alleine gelassen“, warnt der Psychiater und Psychotherapeut.
Dies hätte nicht nur katastrophale Folgen für die Patienten sondern auch erhebliche ökonomische Auswirkungen. Vielen Betroffenen könnte durch die ambulante Behandlung von niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten geholfen werden. Ist die Versorgung in den Praxen aber eingeschränkt, führt dies zu einer Zunahme der Klinikeinweisungen, die dann wesentlich mehr Geld kosten. Auch die Zahl der Krankschreibungen und Frühverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen wird voraussichtlich deutlich zunehmen. „Wenn wir dieser Entwicklung nicht gegensteuern, werden die durch psychische Erkrankungen verursachten Kosten deutlich ansteigen“, ist sich Hohagen sicher.

Deutschland: Schon jeder zehnte Krankheitstag ist psychisch bedingt

http://www.neurologen-und-psychiater-im ... p;nodeid=4

Zitat:
Die Zahl der Menschen, die an einer psychischen Erkrankung oder Störung leiden, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein Beispiel: Während die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage insgesamt immer weiter zurück geht, steigt der Anteil psychischer Erkrankungen als Ursache für Krankschreibungen stark an. „Mittlerweile gehen fast 10% der Fehltage bei Berufstätigen auf seelische Krankheitsursachen zurück. Alarmierend ist vor allem, dass psychische Erkrankungen bei jüngeren Menschen am stärksten zunehmen“, warnt Prof. Dr. Fritz Hohagen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der medizinischen Universität zu Lübeck. „Schon heute bezeichnen wir Angststörungen und Depressionen als Volkskrankheiten.“ Der Gesundheitsreport 2005 der Deutschen Angestelltenkrankenkasse bestätigt diese Entwicklung. Nach seinen Angaben ist die Zahl der psychischen Erkrankungen zwischen 1997 und 2004 um 70% gestiegen. Eine Ursache für die Zunahme seelischer Erkrankungen ist, dass immer mehr Menschen mit dem Leben nicht mehr zurecht kommen. Werden beispielsweise aktuelle Lebenskonflikte und -probleme wie etwa Arbeitslosigkeit oder die Trennung vom Partner nicht mehr verarbeitet, kann dies in Kombination mit anderen Faktoren eine schwerwiegende psychische Erkrankung auslösen.

Suizid ist oft impulsive Entscheidung

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/22 ... 189861.asp

Zitat:
Suizid. Lässt sich das für einen Außenstehenden überhaupt nachvollziehen? Was geht in einem Menschen vor, der nicht mehr leben will? Warum bringt ein Mensch sich um? Jedes Jahr legen 11 000 bis 12 000 Deutsche Hand an sich selbst – sie sterben, weil sie nicht mehr leben können, nicht mehr wollen. Psychologen und Wissenschaftler können dabei nur ahnen, was in ihnen vorgeht.

Sicher ist: Dem Suizid geht fast immer eine psychische Erkrankung voraus – meist eine schwere Depression, manchmal auch eine Schizophrenie. Der akute Auslöser für die Tat ist dann häufig ein dramatischer Knick des Selbstbewusstseins, eine Kränkung, eine Beziehungskrise oder plötzliche Arbeitslosigkeit. Man sieht keinen anderen Ausweg mehr aus der Misere als den Tod.

Da sich das „Warum“ nach wie vor schwer ergründen lässt, gehen Forscher eher dem Wie nach. So hat ein Team des New Yorker State Psychiatric Instituts die Hirne von zahlreichen Selbstmördern untersucht und dabei ein wiederkehrendes Muster entdeckt: Die graue Masse zeigte in einem Bereich, der direkt hinter der Stirn liegt, auffallend weniger Nervenzellen als üblicherweise. Das Hirnareal (Fachjargon: „orbitaler präfrontaler Cortex“) ist unter anderem für die Kontrolle impulsiver Handlungen zuständig. Und noch etwas fiel ins Auge: Die Zahl der Moleküle, die einen Botenstoff namens Serotonin transportieren, war drastisch vermindert. Serotonin gilt als eine Art „Glückshormon“, vor allem bei Depressiven liegt der Serotoninspiegel häufig am Boden.

Es scheint also tatsächlich so etwas wie ein „suizidales Gehirn“ zu geben, auch wenn die Forschung erst die ersten Puzzlestücke dazu gefunden hat. Was nicht heißt, dass sich die Neigung zu Suizid auf Biochemie reduzieren lässt. Schon gar nicht ist es so, dass der Selbstmord hirnphysiologisch determiniert ist. Worauf die Erkenntnisse allerdings hinweisen ist, dass eine Depression gepaart mit einer Neigung zu impulsiven Handlungen psychologisch eine besonders gefährliche Mischung ist.

Wie impulsiv die Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, tatsächlich ist, offenbart eine Studie des US-Psychologen Richard Seiden. Der Forscher untersuchte 515 Menschen, die sich von der Golden Gate Bridge in San Francisco hatten werfen wollen – und erst im letzten Moment daran gehindert worden waren. Es zeigte sich: Nur sechs Prozent brachten sich später dennoch um. Der Wunsch, sich umbringen zu wollen, ist also nicht etwa Ausdruck einer Charaktereigenschaft, sondern geschieht aus einer psychischen Not heraus, die sich meist ändert. Die meisten Depressionen sind heutzutage gut behandelbar.

Depressionen sind die dritthäufigste Erkrankung

http://derstandard.at/?url=/?id=2250787

Zitat:
Ein buchstäblich "unglücklicher" Trend: Depressionen sind eine echte Volkskrankheit und werden immer häufiger. "Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den Magen-Darm-Leiden liegt die Depression bei der weltweiten Häufigkeit derzeit an dritter Stelle aller Erkrankungen. Bald wird sie an die zweite Stelle rücken", warnte jetzt Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie am Wiener AKH und Präsident der Weltföderation der Gesellschaften für Biologische Psychiatrie.

Vor wenigen Tagen fand in Wien die Jahrestagung der österreichischen Zweiggesellschaft der Föderation statt. Dabei wurde unter anderem ein Expertenpapier zum Thema Suizidalität präsentiert. Hinter 90 Prozent aller Selbstmorde steckt eine psychiatrische Erkrankung, die Hälfte davon Depressionen. Die weltweiten Daten: Insgesamt muss davon ausgegangen werden, das 17 Prozent aller Menschen zumindest ein Mal im Leben an "krankhafter Traurigkeit" leiden. Ein Drittel davon hat leichte Symptome. 15 bis 20 Prozent der Menschen mit Depressionen versterben durch Suizid. Laut Umfragen bei praktischen Ärzten sind bis zu 25 Prozent ihrer Patienten von dem quälenden Leiden betroffen.

Keine Schichtabhängigkeit

Kasper: "Sehr konservative Schätzungen sprechen von fünf bis acht Prozent. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sind etwa fünf Prozent der Menschen betroffen." Der geringe Unterschied zwischen den beiden Zahlen lässt sich daraus erklären, dass es sich bei der "major depression" als internationaler Fachbegriff um ein Leiden handelt, das zumeist über einen längeren Zeitraum hinweg besteht. Die Depression ist auch ein "Gleichmacher". Der Psychiater, der sich seit Jahrzehnten mit dem Problem beschäftigt: "Es gibt keine Schichtabhängigkeit". Noch gefährlicher als die "major depression" sind offenbar Erkrankungsformen, bei denen die Betroffenen jeweils nur wenige Tage an den Symptomen leiden, dafür aber mehrfach im Jahr. Hier liegt die Suizid-Häufigkeit noch eineinhalb Mal höher.

Wie groß das Problem ist, zeigen Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO. Psychiatrische Erkrankungen sind weltweit die häufigste Ursache für Erwerbsunfähigkeit. Mit einem Anteil von fast elf Prozent liegen bei allen diesen Ursachen die Depressionen an der Spitze. Eisenmangel-Anämie (4,7 Prozent), Stürze (4,6 Prozent) und Alkoholmissbrauch (3,3 Prozent) folgen.

Das macht eine klassische Depression aus:

# Gedrückte Stimmung
# Interessens- und Freudlosigkeit
# Antriebsstörung, Müdigkeit

Zumindest zwei dieser Symptome sollten zwei Wochen lang vorliegen. Aus der Reihe der Nebensymptome wie verminderte Konzentrationsfähigkeit und Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen, Hemmung/Unruhe, Selbstschädigung (auch Substanzmissbrauch), Schlafstörungen und Appetitminderung sollten noch zwei bis vier zutreffen. Kasper: "Die Seele leidet sozusagen nicht nur psychisch, sondern auch körperlich."

Auch saisonabhängige Krankheitsformen

Eine spezielle Form der Erkrankung stellen die saisonabhängigen Depressionen dar: Wenn der Herbst ganz traurig macht - mindestens fünf Prozent der Österreicher leiden in der dunklen Jahreszeit an Depressionen.

"Je weiter man auf dem Erdball nördlich kommt, desto häufiger wird die Herbst- und Winterdepression. Das haben Studien in den USA und in Japan eindeutig ergeben. Manche Betroffene beginnen daran bereits mit Anfang September zu leiden. Wirklich relevant wird das dann im Oktober und November", erklärte Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper.

Im Vergleich zu anderen Formen depressiver Zustände weist die Herbst- und Winderdepression einige Spezifika auf:

# Das saisonal gehäufte Auftreten.
# Am Morgen sind die Betroffenen noch "gut drauf", je länger der Tag ist, desto schlechter geht es den Patienten. Am Abend heißt es dann: "Ich kann nicht mehr."
# Während Patienten, die an anderen Formen von Depressionen leiden, als Hauptsymptom auch Schlafstörungen haben, sind die Betroffenen der Herbst- und Winterdepression kaum "schlaflos". Doch sie wachen oft in der Früh auf - und sind einfach trotz genug Schlaf nicht "munter".
# Menschen mit Herbst- und Winterdepressionen können auch an Heißhungerattacken leiden.

Das größte Problem bei den depressiven Zustandsbildern: Die Symptome müssen erkannt, die Krankheit vom Arzt diagnostiziert und dann auch behandelt werden. Stummes Leiden - im Grunde ein Charakteristikum dieser Störungen - führt erst recht zu einer als quälend empfundenen Lebenssituation. Durchhalteparolen wie "Kopf hoch" etc. sind fehl am Platz. Mit modernen Antidepressiva lässt sich das Leiden zum überwiegenden Teil gut in den Griff bekommen. Bei der "Winterdepression" hilft oft genau so gut eine Lichttherapie.

Teufelkreis Alkohol

Keinesfalls aber sollten Depressionen selbst - und wie es oft geschieht mit Alkohol - behandelt werden. 330.000 Österreicher sind alkoholkrank, 870.000 alkoholgefährdet. Bis zu 85 Prozent davon haben auch Depressionen. Alkohol und Depression ergeben einen Teufelskreis: Alkohol ist in kleinen Dosen Angst lösend, in höheren allerdings schlägt seine Wirkung paradoxerweise ins Gegenteil um. So werden Angst und Depressionen nur noch verstärkt, und die Betroffenen rutschen auch noch in eine Substanzabhängigkeit hinein. Alkohol(missbrauch) führt auch zu einer wesentlich erhöhten Suizidgefährdung und setzt die Wirkung von Antidepressiva herab.

21 November 2005

Initiative gegen Internet-Datenvorratsspeicherung

http://www.dataretentionisnosolution.com/index.php?lang=de

Wer sich im Internet über seine psychische Gesundheit unterhält, möchte dies mit einer gewissen Anonymität tun. Zumindest erleichtert das vieles, solange psychische Krankheiten noch derartig tabuisiert werden.
Die Initiative der Europäischen Justizminister und der Europäischen Kommission zur Speicherung aller Internetverbindungsdaten läuft diesem Wunsch diametral entgegen. Wer dagegen Stellung nehmen will kann dies hier tun:

Wochenbettdepressionen auch bei Vätern

http://morgenpost.berlin1.de/content/20 ... 93335.html

Zitat:
Erschöpft, aber glücklich: So stellt man sich eine junge Mutter vor, die gerade einem gesunden Baby das Leben geschenkt hat. Doch in den Tagen nach der Geburt fließen nicht nur Freudentränen: Viele Frauen durchleben verwirrende Schwankungen der Gefühle und leiden unter Schlafstörungen. Schon bei nichtigen Anlässen fangen sie an zu weinen, sie sind gereizt und überempfindlich, werden schnell aggressiv, beschimpfen ihren Partner, die Verwandten, das Klinikpersonal.
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Solche "Heultage" machen 50 bis 70 Prozent aller jungen Mütter zu schaffen. Der "Baby-Blues" ist eine völlig normale Reaktion auf die abrupte Hormonumstellung nach der Geburt, und auch die Seele muß sich auf die veränderte Situation einstellen, schließlich bringt das Baby auch plötzliche Belastungen und viel Verantwortung mit sich. Der Baby-Blues entsteht meist zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Geburt, dauert manchmal nur einige Stunden, meistens jedoch ein bis zwei Tage.

In anderen Fällen treten Wochen nach der Geburt völlig überraschend tiefgreifende depressive Stimmungen auf. Halten sie über eine Woche oder noch länger an, besteht der Verdacht auf eine regelrechte Wochenbettdepression, medizinisch postpartale Depression genannt (PPD).

Charakteristische Anzeichen für eine PPD sind das frühe Erwachen und ein ausgeprägtes Morgentief mit Hoffnungslosigkeit und fehlendem Antrieb. Symptomatisch sind auch zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber: Viele Mütter haben immer wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangsimpulse, zum Beispiel das Gefühl, dem Kind vielleicht etwas anzutun oder es zu verletzen.

Solche Gedanken versetzen die Mutter in Angst: Sie plagt sich mit Schuldgefühlen, glaubt, ihr Kind nicht zu lieben. Sogar Selbstmordgedanken können auftreten. Die Häufigkeit solcher Wochenbettdepressionen wurde bisher auf etwa zehn Prozent geschätzt. Nach einer neuen Studie des Zentrums für Psychosoziale Medizin der Uni Heidelberg dürfte sie jedoch geringer sein: Untersucht wurden insgesamt 1028 Mütter, die Frauen wurden zweimal wöchentlich befragt. Die Auswertung der Daten zeigte einen deutlich geringeren Anteil von PPD als in früheren Studien.

Das ändert allerdings nichts an der Brisanz der Thematik. Das Verhalten depressiver Mütter kann gerade in der sensiblen ersten Lebensphase der Babys gravierende Folgen für die Entwicklung der Kinder haben. So erbrachte eine Heidelberger Untersuchung über 14 Monate: Je stärker die Depressionen der Mütter, um so größer war die Angstneigung des Kindes mit 14 Monaten. Nach aktuellen Erkenntnissen bleibt dies so bis ins Erwachsenenalter.

Eine der größten Studien zum Thema PPD führten kürzlich Paul Ramchandani und seine Kollegen von der Universität Oxford zu Ende. Sie untersuchten 13 500 britische Mütter, bei über 12 800 von ihnen war auch der Partner einbezogen. Die Wissenschaftler ermittelten depressive Symptome acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes. Die Väter wurden nach 21 Monaten noch einmal interviewt. Als die Kinder dann dreieinhalb Jahre alt waren, baten die Forscher die Mütter, das Verhalten und die emotionale Ausgeglichenheit der Kinder zu beschreiben.

Acht Wochen nach der Geburt zeigten etwa zehn Prozent der Frauen, aber überraschenderweise auch 3,6 Prozent der Väter depressive Symptome wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Hoffnungslosigkeit. Und bei der Untersuchung der Kinder im Alter von 42 Monaten stellte sich heraus, daß die Depressionen beider Elternteile bei den Kindern Folgen nach sich zogen: Die mütterlichen Depressionen ließen die Kinder häufiger traurig oder ängstlich sein. Väter dagegen, die nach der Geburt unter dem "heulenden Elend" litten, hatten später häufiger Kinder, die hyperaktiv waren oder andere Verhaltensprobleme aufwiesen. Die Depressionen der Mutter beeinflußten Söhne und Töchter gleichermaßen. Depressive Väter wirkten sich sehr viel stärker auf das seelische Gleichgewicht von Söhnen aus.

Um die "normalen" Heultage zu überwinden, helfen meist schon Gespräche mit der Hebamme, mit den Schwestern oder dem Geburtshelfer. Bei einer ausgeprägten Depression dagegen ist eine ärztliche Behandlung unumgänglich. Die meisten antidepressiv wirkenden Medikamente gehen allerdings in die Muttermilch über. Bei schweren Depressionen kann deshalb die Mutter nicht weiterstillen. Deshalb wird häufig zu einer begleitenden Psychotherapie geraten. Dabei kann die Mutter den richtigen Umgang mit ihren Ängsten und Zwangsgedanken durchaus lernen sowie eine positive Einstellung zur neuen Situation.

19 November 2005

Armut und Gesundheit

http://morgenpost.berlin1.de/content/20 ... 93178.html

Zitat:
Studie belegt: Jeder zweite Rentner ist unterernährt
Arme Menschen sterben im Schnitt sieben Jahre früher als reiche

Nahezu jeder zweite Krankenhauspatient im Alter von über 65 Jahren leidet unter Mangelernährung. Das geht aus den Ergebnissen einer neuen Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hervor. Im Verlauf der Untersuchung hätten sich zwei Arten von Risikogruppen gezeigt - bewirkt durch krankheitsbedingte und soziale Faktoren, erläutert Herbert Lochs, Direktor der Medizinischen Klinik der Berliner Charité. "Ältere Patienten, besonders Alleinlebende, weisen etwa doppelt so häufig Mangelernährung auf wie der Durchschnitt."
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Dies habe gravierende Folgen: Ein schlechter Ernährungszustand wirke sich ungünstig auf den Heilungsprozeß aus. "Diese Patienten erleiden häufiger Komplikationen, haben durchschnittlich einen um 40 Prozent längeren Klinikaufenthalt und sterben auch früher." So entstehe ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden. Der Ernährungszustand von Patienten müsse daher viel größere Beachtung finden, fordert der Mediziner.

Die Studie der DGEM wurde in Berlin mit 800 Patienten der Charité und des Zehlendorfer Behring-Klinikums gestartet und dann auf insgesamt 1800 Patienten ausgedehnt. Als stärkste Risikofaktoren für Mangelernährung stellten sich ein Alter über 60 Jahre, ein Leben allein ohne Angehörige oder außerhalb von Seniorenheimen sowie ein geringerer Bildungsgrad heraus. Als medizinische Risikofaktoren für Mangelerscheinungen gelten der Studie zufolge entzündliche Darm- und gutartige Lungenerkrankungen oder Herzmuskelschwäche.

Ein anderer die Gesundheit gefährdender Aspekt ist Armut. Nach Angaben der Veranstalter des in Schöneberg stattfindenden Kongresses "Armut und Gesundheit" haben arme Menschen ein doppelt so hohes Risiko zu erkranken und im Schnitt eine sieben Jahre kürzere Lebenserwartung.

Der jüngste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeige zudem, daß elf Millionen Deutsche unter der Armutsrisikogrenze von monatlich 938 Euro leben. Jedes zehnte Kind wächst demnach in Armut auf, in Berlin sogar jedes vierte. In der Hauptstadt liegt die Armutsgrenze bei 600 Euro im Monat.

Prävention und Gesundheitsförderung sind daher zentrale Themen des Kongresses. Professor Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsfachmann: "Prävention zur Bekämpfung von Armut muß mehr sein als nur eine Kür." Bisher gäben die gesetzlichen Krankenkassen weniger als ein Prozent ihrer Etats für die Gesundheitsvorsorge aus. Lauterbach fordert von der Bundesregierung, Steuergeld in die Gesundheitsvorsorge zu stecken.

Akupunktur hilft bei leichten Depressionen

http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/rel ... 0/depot/0/

Zitat:
Akupunktur hilft nach Angaben von Fachärzten auch bei Depression. „Die Patienten sind entspannter, haben weniger Angst, fühlen sich ausgeglichener, der Schlaf verbessert sich“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Helmut Rüdinger, in Düren.

Während die Behandlung mit den Nadeln in der Schmerztherapie zunehmend von den Krankenkassen bezahlt werde, müsse der psychisch kranke Patient die Behandlung jedoch weitgehend selbst tragen.

Beim Setzen der Nadeln schütte der Körper das Glückshormon Endorphin aus. Außerdem werde das vegetative Nervensystem beeinflusst. „Die Muskeln entspannen sich, die Atmung ist ruhiger und das Herz schlägt langsamer“, sagte Rüdinger bei einer Tagung der Ärztegesellschaft in den Rheinischen Kliniken Düren. Akupunktur ist ein Naturheilverfahren und reicht vermutlich bis auf das 3. Jahrtausend vor Christus zurück, als in China diese Heilmethode gebräuchlich wurde.

Bei Menschen mit leichteren Depressionen, wie etwa den so genannten Herbstdepressionen, könnten zwölf Behandlungen helfen, sagte der Arzt. Niedergeschlagenheit und Grübeln würden deutlich abgeschwächt, der Antrieb komme wieder. Die Wirkung halte manchmal sehr lange an. Bei mittelschweren Depressionen mit vermehrten Selbstmordgedanken, großer Angst und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit könne Akupunktur die Beschwerden abschwächen.

Geschwächte Angstkontrolle führt zu Depression

http://www.n24.de/ticker/?n2005050911281400002

Zitat:
Eine Genvariante schwächt die Verarbeitung negativer Gefühle. Die Veranlagung macht Menschen anfälliger für Angst und Depression, haben Mediziner jetzt herausgefunden.

Ein Forscherteam um Daniel Weinberger vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health (NIMH) in Bethesda, Maryland hat die Hirnaktivität von 114 gesunden Probanden untersucht. Wie die Forscher in der Juni-Ausgabe des Magazins "Nature Neuroscience" berichten, beeinflusst ein Gen für einen Botenstoff-Transporter die Verbindung von zwei Hirnzentren. Das so genannte Cingulum im vorderen Hirn gilt als das Verarbeitungszentrum für Emotionen. Bei den Trägern einer bestimmten Genvariante war seine Verbindung zur Amygdala schwächer ausgeprägt, die Probanden hatten in diesem Bereich weniger graue Hirnsubstanz.

Die Amygdala regelt unter anderem die Empfindung von Furcht. Durch die geschwächte Verbindung zum Cingulum, dass Emotionen kontrollieren kann, sind die Träger der Genvariante stärkeren Ängsten ausgesetzt, sagen die Mediziner. Sie seien daher anfälliger für anhaltende Stimmungstiefs, die in echte Depressionen münden könnten.

Das Gen ist die Bauanleitung für eine Serotonin-Pumpe. Dieser Botenstoff wird von Hirnzellen ausgeschüttet und überträgt auf diese Weise Informationen zwischen den Zellen. Die Pumpe führt das Serotonin wieder in die Zellen zurück. Ihre Bauanleitung existiert in zwei Versionen: einer langen und einer kurzen. Bei den Trägern der kurzen Genvariante ist die Verbindung zwischen Cingulum und Amygdala schwächer ausgeprägt, sagen die Mediziner. Ein Test zeigte, dass diese Probanden stärker auf Furcht einflößende Gesichter reagierten.

"Das Gehirn funktioniert wie ein Orchester", wird Weinberger in einer Mitteilung des NIMH zitiert. Das Gen für die Serotonin-Pumpe dirigiere das Duett von Cingulum und Amygdala, sagen die Forscher. Bei der kurzen Genvariante wird das Duett eher zu einem Solo des Furchtzentrums Amygdala. Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, wie sich das äußert: Die Träger der kurzen Genvariante sind nach Schicksalsschlägen wie dem Verlust einer nahe stehenden Person anfälliger für eine Depression.

Depressionen bei Jugendlichen - auf Psychotherapie nicht verzichten!

http://depri.ch/index.php?name=PNphpBB2 ... e4a1c39e79

Zitat:
Ausschließlich Antidepressiva statt Psychotherapie bei Jugendlichen?
US-Studie kritisiert das Verdrängen komplementärer psychotherapeutischer Maßnahmen

Die Diskussion um den Einsatz potenziell gefährlicher Antidepressiva, denen laut US-Gesundheitsbehörde FDA eine Erhöhung der Suizidgefahr von Behandelten nachgesagt wird, reißt nicht ab. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der amerikanischen Stanford University School of Medicine kritisiert den Umstand, dass bei der Behandlung von depressiven Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren in steigendem Ausmaß auf Medikation gesetzt wurde und komplementäre psychotherapeutische Maßnahmen mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurden. Dies erscheine insofern problematisch, da die Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Antidepressiva auf junge Patienten als noch nicht ausreichend erforscht gelten.

Nutzen

"Antidepressiva stellen - falls eingesetzt als Teil einer umfassenden Behandlungen mit psychotherapeutischen Aspekten - einen großen Nutzen für individuelle Patienten und die gesamte Gesellschaft dar", meint Studienautor Jun Ma. Mit den vorgelegten Zahlen über den Zeitraum 1995 bis 2002 wolle man keinesfalls dazu anregen, Andidepressiva bei Kindern und Jugendlichen generell nicht mehr einzusetzen. Es gehe vielmehr darum aufzuzeigen, dass Antidepressiva oftmals zu leichtfertig bzw. ohne therapeutische Zusatzbehandlung verschrieben würden.

Ma bezieht sich dabei auf den Umstand, dass im untersuchten Zeitraum die Zahl der Behandlungen von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen von 1,4 Mio. auf 3,2 Mio. angestiegen ist. Im gleichen Zeitraum fiel die Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Begleitmaßnahmen allerdings von 83 auf 68 Prozent.

"Unzureichende Datenlage"

"Insgesamt ist die Datenlage, die Sicherheit und Effektivität von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen betreffend, unzureichend", meinte beispielsweise Claudia Klier, Ärztin an der Wiener Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters anlässlich eines Symposiums zum Thema Suizidalität. Ähnlich wie in Österreich und anderen europäischen Ländern, wo kein einziges Antidepressivum für Kinder und Jugendliche zugelassen ist, erfolgen Verschreibungen auch in den USA häufig "Off-Label", also ohne gesetzliche Absicherung. Hier orten die Studienautoren großen Nachholbedarf und warnen Ärzte zu mehr Vorsicht.

Dem Appell der amerikanischen Kollegen, in der Deppressionsbehandlung jüngerer Patienten nicht ausschließlich auf medikamentöse Maßnahmen zu setzen und diese mit psychotherapeutischen Maßnahmen zu verknüpfen, kann Siegfried Kasper von der Universitätsklinik für Psychiatrie im Gespräch mit pressetext nur zustimmen. "Gerade bei Kindern und Jugendlichen muss der Behandlungsansatz entsprechend adaptiert werden", so Kasper, der einmal mehr gesetzliche Rahmenbedingungen für die Verschreibung von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen einfordert.

http://mednews.stanford.edu/releases/20 ... ssion.html

18 November 2005

Somatisierungsstörungen bei Kindern

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=10646

Zitat:
Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter körperlichen Beschwerden oder Schmerzen, für die sich keine organischen Ursachen finden lassen. Etwa zehn Prozent der Mädchen und Jungen klagen über Kopf-, Bauch- oder Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit, für die es auf den ersten Blick keinen Grund gibt, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP).

"Ausgelöst werden solche Somatisierungsstörungen oft durch chronisch belastende Lebenssituationen, etwa schulische Überlastung, Integrationsprobleme bei Gleichaltrigen, überhöhte elterliche Erwartungen oder einschneidende Lebensereignisse wie Scheidungskonflikte, schwere Erkrankungen oder Tod eines Elternteils", erläutert Dr. Ulrich Hagenah von der DGKJP. Viele Kinder zeigen zusätzlich psychiatrische Begleitsymptome: Sie sind besonders ängstlich, depressiv und haben ein gestörtes Selbstwertgefühl. Die Ursachen für diese Entwicklung sind nicht endgültig geklärt.

Experten vermuten eine Wechselwirkung zwischen erblicher Veranlagung und stressenden Lebensbedingungen. So treten Somatisierungsstörungen und begleitende Angsterkrankungen bei Familienangehörigen der Kinder und Jugendlichen überdurchschnittlich häufig auf. Die jungen Patienten selbst reagieren besonders sensibel auf Schmerzreize, sie haben Schwierigkeiten bei der Stressverarbeitung und stellen oft sehr hohe Ansprüche an die eigene Leistungsfähigkeit. Die Angst, im Unterricht aufgerufen zu werden und sich zu blamieren, kann dann für viele Kinder die Schule zum Albtraum werden lassen.

Häufig zeigen sich Somatisierungsstörungen auch im Zusammenhang mit einer schulischen Überforderung: Schlechte Noten trotz intensiver Vor bereitung verstärken Misserfolgserwartungen der Kinder, die zusätzlich unter Hänseleien oder Erpressungen auf dem Schulhof leiden können. Das Fernbleiben von der Schule auf Grund der körperlichen Beschwerden führt zur Entlastung und kann so eine Vermeidungshaltung fördern. "Übelkeit und Bauchschmerzen treten bei diesen Kindern regelmäßig vor dem Unterricht, nicht aber an den Wochenenden oder in den Ferien auf", so Dr. Hagenah von der DGKJP. Neben einer Schulangst kann auch die Furcht, von Mutter oder Vater getrennt zu werden, somatische Beschwerden verstärken.

Eltern und Kinder vermuten hinter den ständigen Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen meist eine schwere organische Erkrankung. Oftmals wechseln sie den Arzt, weil der vorherige nichts finden konnte und die kleinen Patienten vorschnell "psychologisierte". So kommt es zu vielfältigen Wiederholungsuntersuchungen und häufig sogar zu Krankenhausaufenthalten. Ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, ist unter diesen Umständen oft schwierig. Kinderärzte sollten die Schilderungen der Eltern ernst nehmen und deren Fixierung auf eine körperliche Ursache respektieren.

Ist eine akute oder lebensbedrohliche Erkrankung ausgeschlossen, sollte das vorrangige Behandlungsziel eine Symptomreduktion sein. "Zur Therapie gehört eine intensive Elternberatung, bei der die möglichen Zusammenhänge zwischen überforderndem Stress und körperlichen Beschwerden erläutert werden", erklärt Dr. Hagenah. "Ebenso wichtig sind eine kindgerechte Aufklärung, verhaltens- und entspannungstherapeutische Methoden und in Einzelfällen eine medikamentöse Unterstützung. Mit diesen Maßnahmen gelingt es meist, die somatischen Beschwerden zu lindern und die Kinder wieder in den Alltag zu integrieren."



Späte Diagnose – schlechte Prognose

Je früher die Somatisierungsstörung beginnt und je später sie diagnostiziert und behandelt wird, desto schlechter ist die Langzeitprognose der jungen Patienten. Bei bis zu 56 Prozent der Mädchen und Jungen chronifizieren die Beschwerden und halten bis ins Erwachsenenalter an, hat eine Untersuchung ergeben. Ein rascher Behandlungsbeginn hingegen kann nach Angaben der DGKJP eine schnelle Symptomlinderung bewirken.

Einer weiteren Studie zufolge erklärten fast 40 Prozent der befragten Jugendlichen, in den vergangenen zwei Jahren mindestens ein Mal unter Symptomen gelitten zu haben, die ihr Wohlbefinden stark beeinträchtigt hatten, für die der Arzt aber keine Ursache finden konnte. Jugendliche mit somatischen Beschwerden ohne nachvollziehbare körperliche Beeinträchtigungen sind als Erwachsene häufiger von psychiatrischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Angsterkrankungen, betroffen als gesunde Jugendliche.

17 November 2005

Nichtbehandlung von Depressionen verdreifacht Suizidrisiko

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051117039

Zitat:
In der von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/SSRI200507.htm ausgelösten Diskussion über den Zusammenhang erhöhten Suizidverhaltens mit der Einnahme von Antidepressiva hat sich nun auch die Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie ÖGPB http://www.oegpb.at zu Wort gemeldet. Anlässlich ihrer heute, Donnerstag, in Wien stattfindenden Tagung hat Vorstandspräsident Siegfried Kasper die Wichtigkeit antidepressiver Behandlung bei Suizidgefahr betont und Bedenken gegenüber dem Einsatz entsprechender Medikamente zerstreut.

Die von den US-amerikanischen Experten aufgeworfene Frage, ob Antidepressiva wie SSRIs (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) oder SNRIs (Selektive Serotonin- und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer) durch entsprechende Nebenwirkungen das Suizidrisiko erhöhen, beantwortet Kasper im Gespräch mit pressetext mit einem eindeutigen "Nein". Entsprechende Studien hätten gewisse statistische Gesichtspunkte nicht beachtet, will Kasper den publizierten Warnungen keinen übermäßigen Glauben schenken. Leicht höhere Suizidraten bei Patienten mit Antidepressivabehandlung gegenüber Patienten der Placebo-Kontrollgruppe seien dadurch zu erklären, dass viele Teilnehmer, denen ein Placebo verabreicht wird, schon nach kurzer Zeit die Therapie abbrechen und somit in der für die Studie verwendete Suizidstatistik nicht mehr aufscheinen würden, so Kasper.

"Gesichert ist allerdings, dass eine Nichtbehandlung von Depressionen zu einem drei- bis vierfachen Suizidrisiko führt", sieht Kasper gegenüber pressetext keine wirkliche Alternative zur medikamentösen Therapie. Diese müsse selbstverständlich mit diagnostischer Vorarbeit und psychotherapeutischen Maßnahmen verknüpft werden, so Kasper weiter. Bei Kindern und Jugendlichen müsse beim Behandlungsansatz verstärkt die psychosoziale Intervention ins Auge gefasst werden, die auch andere Familienmitglieder bzw. in erster Linie die Eltern umfasse.

Als skandalös bezeichnet Kasper in diesem Zusammenhang den Umstand, dass in Österreich immer noch "kein einziges Depressivum zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen ist". Verschreibungen erfolgten somit immer Off-Label und würden Ärzte dazu zwingen, sich bei der Behandlung jener Patienten permanent in einem gesetzlich nicht abgesicherten Rahmen zu bewegen. Die fehlende Vorgabe führe indirekt auch dazu, dass Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen immer noch ältere, toxisch bedenklichere Medikamente verschrieben würden. "Das Gesundheitsministerium sowie die zuständigen Behörden müssen hier endlich die gesetzlichen Grundlagen schaffen", meint Kasper gegenüber pressetext abschließend.

50% der Alzheimerpatienten werden schwer depressiv

http://www.denkepositiv.com/news_anzeig ... wsnr=64376

Zitat:
Knapp 50 Prozent aller Alzheimer-Patienten - so haben amerikanische Studien nachgewiesen - entwickeln im weiteren Alter oft schwere Depressionen. Welche Faktoren eine Rolle dabei spielen und wie man dem bis zu einem gewissen Grad vorbeugen kann, hat der Anti-Aging-Spezialist Prof. Dr. Michael Klentze kürzlich in einem Beitrag der Gynäkologischen Nachrichten zum diesjährigen Menopause-Andropause-Kongress in Wien vorgestellt.

Was vor allem betreuende Angehörige und Ärzte wissen sollten. Schon die Ausprägung einer schweren Depression zeigt bei Alzheimer-Patienten Unterschiede. Im Gegensatz zu nicht dementen Depressiven leiden Alzheimer-Betroffene stärker unter Konzentrationsschwierigkeiten und Unentschlossenheit, während sie seltener von Schlafstörungen oder Schuldgefühlen gequält werden. Relativ schnell - so Klentze - werden mit bildgebenden Verfahren (wie z. B. der Magnetresonanztomographie = MRT) auch Veränderungen in der Gehirnstruktur erkennbar. Ein Facharzt sollte die Diagnose mit Hilfe spezieller Tests oder auch MRT genau abklären, da bei depressiven alten Menschen auch so genannte "Pseudo-Demenzen" gehäuft auftreten können. Bei der Behandlung sollten die Angehörigen/Pfleger insofern mit einbezogen werden, als dass sie die regelmäßige Medikamenteneinnahme und Arztbesuche überwachen und so die wichtige Therapietreue gewährleisten.

Um generell Hirnfunktionsstörungen im Alter vorzubeugen, rät der Endokrinologe zu ausgewogener, gesunder Ernährung, Bewegung, Meditation, Nahrungsergänzungsmitteln, die vor allem Antioxidanzien (wie die Vitamine A,C,E) und Mineralstoffe bzw. Omega-3-Fettsäuren enthalten. Auch die Hormonersatztherapie kann bei entsprechenden Problemen von alten Patientinnen über eine gewisse Zeit in Erwägung gezogen werden.

Quelle: Gynäkologische Nachrichten 11/2003

Deutschland: Armut als Gesundheitsrisiko

http://www.idw-online.de/pages/de/news136750

Zitat:
Viele Krankheiten und Gesundheitsstörungen treten in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen häufiger auf, mit zum Teil weit reichenden Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien. Für die Entwicklung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und ihren Folgen sind Daten und Analysen erforderlich, die problematische Entwicklungen frühzeitig kenntlich machen und Anknüpfungspunkte für Interventionen zeigen. Zum Thema Armut und Gesundheit hat das Robert Koch-Institut im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) kürzlich zwei Veröffentlichungen herausgegeben, den GBE-Beitrag "Armut, soziale Ungleichheit und Gesundheit" und, in zweiter Auflage, das vollständig überarbeitete GBE-Heft "Armut bei Kindern und Jugendlichen"


http://www.rki.de/cln_006/nn_527010/sid ... nhalt.html
http://www.rki.de/cln_006/nn_527010/sid ... Armut.html

16 November 2005

Kurzdepressionen bergen eine hohe Suizidgefahr

http://www.infoline.at/depressionen/aw460501.html

Zitat:
Die Stimmungstiefs dauern nur zwei bis vier Tage an und treiben die Betroffenen oft zur Verzweiflung

Die rezidivierende kurze depressive Störung (RKD) ist häufig, wird aber oft nicht erkannt. Insgesamt ist diese Krankheit „ein vernachlässigtes Forschungsgebiet“.

Bisherige Erkenntnisse zum RKD präsentierte Prof. Dr. Jules Angst, ehemals Forschungsdirektor an der Züricher Uniklinik Burghölzli, auf dem 5th International Forum on Mood and Anxiety Disorders vergangene Woche in Wien. Dabei gibt es durchaus Anlass, sich der affektiven Störung auch im klinischen Bereich vermehrt anzunehmen, denn es handelt sich nicht bloß um Schwankungen auf dem Barometer der Launen, wie sie jeder kennt. Gekennzeichnet ist das Leiden durch alle Kernsymptome der Depression, die mild bis schwer sein können: gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit, bleierne Müdigkeit und mangelndes Interesse an jedweder Tätigkeit. Die Konzen-tration lässt nach, Schuldgefühle nagen, der Selbstwert sinkt auf ein Minimum, es kommt zu Schlafstörungen und Appetitmangel.
Doch anders als bei der so genannten Major Depression, die mindestens zwei Wochen anhält, dauert das Tief nur zwei bis vier Tage an. Dann pendelt sich die Stimmung wieder auf ein normales Niveau ein, manche Betroffene rutschen in hypomanische Episoden, die dann rasch wieder in eine Depression übergehen. „Zuweilen binnen einer Stunde“, so Prof. Dr. Hans Lovdahl, Uniklinik Oslo. Laut Definition kehren diese Schwankungen einmal pro Monat wieder. Die Störung ist gar nicht selten. Mit fünf bis zehn Prozent wird die Prävalenz angegeben, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Besonders gravierend: Die Suizidgefahr ist hoch, zudem kommt es oft auch zu Alkoholmissbrauch, Panikattacken, Angst- und Zwangsstörungen. „Die Patienten suchen vor allem Hilfe beim Hausarzt“, so Angst, der im Jahr 1985 mit der „Zürich Studie“ die erste größere Untersuchung zu dieser Krankheit durchgeführt hat. Doch die Dia-gnose ist meist schwierig, denn das Leiden ähnelt anderen affek-tiven Störungen.
„Die Pathophysiologie der rezidivierenden kurzen depressiven Störung (RKD) ist noch nicht bekannt“, sagte. Zwar wurde die „periodische Melancholie“ schon Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals beschrieben, doch die WHO klassifizierte das Leiden erst 1994 als ein zu den unterschwelligen psychiatrischen Störungen gehörendes eigenständiges Krankheitsbild.

Große Suizidgefahr

Nach dem derzeitigen Stand des Wissens können die depressiven Episoden durch leichte psychosoziale Stressoren getriggert werden, bei Frauen besteht jedoch kein Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus. Angenommen wird, dass sich die RKD genetisch nicht von der klassischen Depression unterscheidet, an der rund 40 Prozent der Patienten gleichzeitig leiden. Der ähnliche Zeitverlauf wie bei Migräne führte zu der Hypothese, dass beide Krankheitsbilder in die Familie von kurzzeitigen, rezidivierenden selbstlimitierenden Syndromen gehören, die mit einer Störung der Monoamine einhergehen.
Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 28 Jahren, Krankenstände und Trennungen vom Partner sind unter den Patienten häufig, viele Betroffene meinen auch, dass die regelmäßig wiederkehrenden Stimmungstiefs auf körperliche oder soziale Probleme zurückzuführen sind. Oft treten gleichzeitig Panikattacken oder saisonale depressive Störungen auf. Das gravierendste Problem: Die schlagartig einsetzenden Depressionsepisoden sind oft mit Todesgedanken verbunden. So gaben in der von Prof. Dr. Jules Angst an der Klinik Burhölzli durchgeführten Zürich-Studie 13 Prozent Suizidversuche an. Lag gleichzeitig eine Major Depression vor, so stieg die Zahl gar auf 23 Prozent.
„Ich habe unlängst von einem Fall gehört, in dem der Betroffene den ganzen Tag über völlig unauffällig agiert hat, dann nach Hause ging und sich erhängte“, so Prof. Dr. Dr. Siegfried Kasper, Leiter der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie am Wiener AKH, über die Gefahr der plötzlich auftretenden Kurzzeitdepressionen. Den Weg zum Psychiater finden nur die wenigsten, überhaupt nehmen nur rund zwei Drittel professionelle Hilfe in Anspruch. Beobachtet wurde, dass viele der Betroffenen zur Selbstmedikation greifen: in Form von Alkohol. Der kann jedoch die Gefahr eines impulsiven Suizidversuchs verstärken.
Die Schwierigkeit der Diagnose liegt darin, dass der behandelnde Arzt nicht direkt mit den Symptomen konfrontiert ist, da sie zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits wieder verschwunden sind. Bei Verdacht auf eine remittierende Kurzzeitdepression empfiehlt Kasper die Anwendung eines Stimmungstagebuchs über drei Monate, in dem Frauen auch Beginn und Dauer der Menstruation festhalten. Denn bei der Diagnose gilt es, ähnliche Krankheitsbilder, wie etwa die prämenstruelle dysphorische Störung, auszuschließen.Über die Wirkung von Psychotherapie gibt es bisher keine Untersuchungen. Was die pharmakologische Behandlung betrifft, so wurden einige Studien durchgeführt, die jedoch, wenn sie dem klassischen zweiarmigen, doppelblinden, placebokontrollierten Design folgten, keinen Therapieerfolg zeigten. Inzwischen herrscht in der Fachwelt jedoch die Meinung vor, dass bei der rezidivierenden Kurzzeit-Depression aufgrund der rasch schwankenden Symptomatik ein anderes Studiendesign – etwa Einzelfallanalysen – und ein längerer Beobachtungszeitraum gewählt werden sollte.
Unter anderem von der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie am Wiener AKH durchgeführte Anwendungsbeobachtungen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und niedrig dosierten atypischen Antipsychotika zeigen jedenfalls positive Ergebnisse. Eine medikamentöse Behandlung mit nebenwirkungsarmen Substanzen sei laut Kasper deshalb sinnvoll, auch die Compliance sei gut.

Expertenbericht zu den EU-Antidiskriminierungsrichtlinien

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=6445

Zitat:
Das Europäische Netzwerk der unabhängigen Expertinnen und Experten im Bereich der Antidiskriminierung informiert die Europäische Kommission zusätzlichen zu den Regierungen der Mitgliedstaaten über die Umsetzung der beiden EU-Antidiskriminierungs-Richtlinien.

Beruhend auf den bisher vorliegenden Länderberichten hat es eine Analyse und einen Vergleich der Herangehensweisen der 25 Mitgliedstaaten erarbeitet. Es fällt auf, dass sehr unterschiedliche Wege gewählt wurden. Deshalb verbietet sich auch ein pauschales Urteil, welche Gesetze besser oder schlechter sind.

Gegliedert nach den Vorgaben der Richtlinien werden die einzelstaatlichen Lösungen präsentiert. Der Bericht wählt dabei einen beschreibenden Ansatz und verzichtet weitgehend auf Wertungen. Er stellt freilich fest, dass in allen Staaten noch genügend zu tun ist.

Der gesamte Bericht ist als PDF-Datei im Internet abrufbar.


15 November 2005

200 Millionen Depressive

http://www.donau.de/SID_9cb55f31f13e4b5 ... p;id=51665

Zitat:
Jeder Fünfte hat einmal im Leben eine Depression

Depressionen wurden lange Zeit nicht ernst genommen. Doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden mehr als 200 Millionen Menschen an dieser Krankheit. Bis ins Jahr 2020 werden Depressionen sogar die zweithäufigsten Erkrankungen darstellen. Da bisher rund die Hälfte der Fälle immer noch nicht diagnostiziert wird, informierte Dr. Axel Cicha, Oberarzt am Bezirksklinikum Gabersee, Ärzte des Kreisverbandes Schwandorf über zeitgemäße Depressionsdiagnostik und -therapie.
Ein Hauptproblem stellt zunächst die Diagnose dar, weil viele Patienten mit völlig anderen Symptomen den Arzt aufsuchen. So klagen die meisten über Schlaflosigkeit (98 Prozent), Müdigkeit (83 Prozent), Engegefühlen in Hals und Brust (75 Prozent) oder sie berichten über Appetitstörungen (71 Prozent).
Diese Symptome können auf Depressionen hinweisen: Aber nur, wenn zwei bis vier dieser Anzeichen über mindestens zwei Wochen beobachtet werden, deutet die Kombination auf eine depressive Erkrankung hin.
„Rund 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung entwickeln sowieso einmal in ihrem Leben eine behandlungswürdige Depression“, so Cicha. Als Arzt müsse man deshalb auch abschätzen, ob besondere Lebensereignisse, genetische oder neurobiologische Faktoren oder einfach ein anfälliger Persönlichkeitstyp vorlägen. Häufig korreliere eine Depression auch mit Vorerkrankungen wie Tinnitus, Parkinson oder Tumorleiden.
Relativ einwandfrei könne man die Diagnose Depression stellen, wenn die gedrückte Stimmung, die Interesselosigkeit und Antriebsstörungen des Patienten mit Hemmungen, Schuldgefühlen oder sogar Pseudodemenz gepaart auftreten. Dann liege es besonders am behandelnden Arzt, die richtige Therapie zu wählen.
Am besten, so der Experte, sei es, wenn sich die Bereiche der Psychotherapie mit den Bereichen der Somato- und Psychopharmakotherapie überschneiden. Je nach Grad der Depression, des Alters des Patienten und der Psychomotorik gelte es zunächst die beste Methode zu wählen. So sei bei leichten Depressionen die Gabe von Johanniskraut durchaus zu empfehlen, bei mittleren bis schweren Depressionen sollte man aber zu Mitteln greifen, die stärker den Serotonin- und Noradrenalinspiegel beeinflussen, da diese eine bedeutende Rolle spielen.
Dabei sei es besonders wichtig — egal, welches Medikament man letztendlich anwende — beim Patienten zwei Vorurteile auszuräumen: Die Präparate machten nicht süchtig und veränderten auf keinen Fall den Charakter. Neben der medikamentösen Therapie sei es aber auch sehr entscheidend, eine unterstützende Psychotherapie zu machen und vor allem den gesunden Partner mit einzubeziehen.

13 November 2005

WHO: Depressionen und Suizid sind dringende Frage

http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?id=55477

Zitat:
Immer mehr junge Menschen nehmen sich das Leben. Die meisten von ihnen - rund 89 Prozent – litten vorher bereits an mindestens einer mentaler Erkrankung. Mikael Ostergren, Europa-Verantwortlicher der WHO für den Sektor Kinder und Jugendliche, betont:
„Wir fangen an zu verstehen, dass das geistige Wohl auch eine sehr wichtige und dringliche Frage ist. Wir wissen, dass vier Prozent der 17-Jährigen und neun Prozent der 18-Jährigen an Depressionen leiden. Wir wissen auch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Depression und der Zahl von Selbsttötungen. Weltweit sind die Zahlen gerade in Europa am Höchsten. Am meisten gefährdet sind die Menschen in Osteuropa.“
Die Gründe sind zahlreich, sagt der Mediziner:
„Zuallererst natürlich genetisch bedingt, aber auch durch die Umwelt beeinflusst. Ich denke, dass die Medizin ein Hauptaugenmerk auf mentale, psychische Krankheiten, und da besonders auf die Prävention legen sollte. In den östlichen Ländern können wir feststellen, dass mentale Krankheiten wohl mit Veränderungen im sozialen Gefüge, im Umfeld zusammenhängen. Sie sind eine der Hauptursachen.“

12 November 2005

Deutschland: Das Existenzminimum sinkt

http://www.taz.de/pt/2005/11/12/a0257.nf/text.ges,1

Zitat:
Laut Gesetz darf die Grundsicherung derzeit prozentual immer nur so stark steigen wie der Rentenwert. Müssen die RentnerInnen in den nächsten vier Jahren Nullrunden hinnehmen, wird auch die Grundsicherung für Arbeitssuchende beziehungsweise für Ältere eingefroren - was bei einer Preissteigerungsrate von 2 Prozent pro Jahr einen Verlust von 8 Prozent der Kaufkraft und damit weitere Verarmung bedeutet.

Durch diese Koppelung werden zwei Systeme miteinander verknüpft, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollten: die Renten als beitragsfinanzierte Leistung und die Grundsicherung als eine bedarfsorientierte Sozialleistung, die ein "Existenzminimum" garantierten soll. Um die Höhe dieses Existenzminimums dürfte es also in den kommenden Jahren noch politischen Streit geben - in den Koalitionsverhandlungen wurde dies ausgespart. Weiterlesen

11 November 2005

"Irrsinnig Menschlich"

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/S ... 81682.html

Zitat:
In den Medien sind sie häufig Thema. Die «gefährlichen Verrückten», die ihren Mitmenschen Furchtbares antun. Hinter den Schlagzeilen verschwinde die Mehrheit der psychisch Erkrankten, die nicht gewalttätig sei, sagt die Geschäftsführerin des bundesweit arbeitenden Vereins «Irrsinnig Menschlich», Manuela Richter-Werling. Genau wie das Wissen um psychische Krankheiten hätten auch die Vorurteile zugenommen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern setzt sich Richter-Werling dafür ein, dass Menschen mit Schizophrenie, Ängsten, Depressionen und anderen seelischen Erkrankungen nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

«Die Betroffenen werden ganz anders behandelt als Menschen mit körperlichen Krankheiten», weiß die 46-Jährige. Die Männer und Frauen litten am meisten unter Stigmatisierung und Ausgrenzung, die das Eingeständnis einer psychischen Erkrankung häufig nach sich ziehe. So würden sie auf ihren Arbeitsstellen oft gemobbt oder ganz verdrängt. Ein normales Leben sei für sie kaum möglich.

Für psychisch erkrankte Jugendliche, deren wichtigste Ziele eine abgeschlossene Ausbildung oder ein fertiges Studium seien, gebe es im Betrieb oder an der Universität kaum kompetente Ansprechpartner. Ein weiteres Problem: «Die jungen Frauen und Männer wissen nicht, was sie in ihren Lebenslauf schreiben sollen, wenn sie wegen ihrer Krankheit pausieren müssen." Weiterlesen

Website: http://www.irrsinnig-menschlich.de

Deutschland: Armutskonferenz fordert Maßnahmen

http://www.verbaende.com/News.php4?m=34405


Zitat:
Die Nationale Armutskonferenz (nak) fordert die künftige Große Koalition zu deutlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Benachteiligung auf.
...
Nach der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe leben 2005 etwa 6,8 Millionen Menschen in Deutschland auf dem Einkommensniveau der Sozialhilfe. Davon sind etwa 1,8 Millionen Kinder unter 16 Jahren. Das Problem von Armut und Ausgrenzung hat eine neue Dimension gewonnen und muss auch von den Parteien, die anstreben die neue Bundesregierung zu bilden, besondere Beachtung erfahren.
....
Die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung setzt bei der Erhöhung von Zuzahlungen und der Ausgrenzung von Leistungen aus dem Leistungskatalog ein genügend hohes Einkommen voraus - was arme Menschen jedoch nicht haben. Mit der Übernahme dieser Gesundheitskosten sollte die Eigenverantwortung gestärkt werden. Viele Familien, arbeitslose und insbesondere chronisch kranke und behinderte Menschen ebenso wie Wohnungslose oder Grundsicherungsbezieher/innen sind damit von einem Mindestniveau der gesundheitlichen Versorgung ausgeschlossen oder müssen, um sich dies leisten zu können, auf andere Grundbedürfnisse verzichten. Die Überprüfung der Reform muss einen Schwerpunkt bei diesem Problem setzen. Ziel muss es sein, eine angemessene Versorgung für alle Menschen und nicht nur für die mit ausreichendem Einkommen sicher zu stellen. Zudem ist der Präventionsansatz gerade bei sozial benachteiligten Menschen deutlich zu stärken. Weiterlesen

10 November 2005

Diabetes erhöht Depressionsneigung

http://www.diabetesgate.de/news/2005/11/051109.php

Zitat:
Studien zufolge leiden Diabetiker häufiger an Depressionen als Gesunde, schreibt die "Neue Apotheken Illustrierte" in der Ausgabe vom 15. November 2005. Besonders betroffen: Zuckerkranke mit Folgeschäden, Frauen und Diabetiker mit niedrigerem sozialen Status. Als Gründe nennt Diplom-Psychologe Dr. phil. Bernhard Kulzer, Leiter der psychosozialen Abteilung des "Diabetes Zentrum Mergentheim" das Leben mit der Krankheit als solcher, den oft schwierigen Umgang mit Folgeerkrankungen sowie die Hilflosigkeit, wenn sich der Blutzucker nicht in den Griff bekommen lässt.
Unterzucker, der vor allem bei Typ-1-Diabetikern vorkommt, schlägt extrem auf die Stimmung, hohe Werte beeinflussen die Konzentration, man fühlt sich überdreht oder müde.

Doch nicht alle antidepressiv wirkenden Medikament eignen sich für Diabetiker. Speziell ältere Mittel können zu einer starken Gewichtszunahme führen, was die Stoffwechselsituation noch weiter verschlechtern kann. Man gibt deshalb den so genannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern den Vorzug, weil sie sich so gut wie gar nicht auf den diabetischen Stoffwechsel auswirken.

"Weiterbildung für Hausärzte!"

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefa ... rentpage=0

Zitat:
Nein, sagt Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper, von einer Epidemie könne man nicht reden, aber die Zahl der von Depressionen und Angststörungen Betroffenen sei weltweit im Zunehmen. "Das bringen die Lebensumstände mit sich, die wachsende Schnelligkeit, die Informationsvergiftung, das Ende der Sozialbeziehungen etwa durch die sonst hilfreiche Technik."

Doch gerade dort, wo Wissen wichtig wäre, ortet der international anerkannte Fachmann Defizite: "Die Öffentlichkeit sollte wissen, dass Depressionen mittlerweile sehr gut behandelbar sind – und mit Öffentlichkeit meine ich auch und insbesondere die Hausärzte als erste Ansprechpartner für die Betroffenen." Gefragt seien deren Einstellung und der Stand ihrer Aus- und Weiterbildung auf diesem bisher vernachlässigten Gebiet – nicht zuletzt, um etwaige Zusammenhänge mit körperlichen Erkrankungsrisiken oder bereits eingetretenen Leiden zu erkennen.

In diesem Sinn wäre es für den Patienten ideal, würde seine Depression vom Allgemeinmediziner erkannt, käme er so rasch wie möglich zum Facharzt und erhielte er sofort eine adäquate Therapie, denn: "Jeder Tag einer unbehandelten Depression führt zu einem unphysiologischen Zustand des Gehirns." Weiterlesen